Wichtelwanderweg

Das geistige Eigentum obliegt der Autorin, das Nutzungsrecht haben der SGV Balve e.V. und das Familienzentrum Hl. Drei Könige Garbeck.


Autorin: Doris Stracke- Bahr

Sprecherin: Imke Schmoll

Wichtelgeschichte 1

Geschichte 1

Seit jeher lebt im Balver Wald ein uraltes Volk. Es sind die Waldwichtel.

Waldwichtel sind kleine, urige Wesen. Sie haben bunte Zipfelmützen auf dem Kopf. Meistens haben sie die Mützen weit ins Gesicht gezogen, so dass man kaum ihre Augen erkennen kann.

Sie haben alle einen langen, zotteligen Bart. Die Wichtel lieben ihre Bärte und sie sind alle sehr stolz auf ihre Haarpracht, die sie mitten im Gesicht tragen. Eigentlich kann man die Wichtel am besten an ihren Bärten unterscheiden.

Allerdings sind diese kleinen Wesen sehr scheu. Das bedeutet, dass ein Mensch kaum jemals einen Wichtel zu Gesicht bekommt.

Die Wichtel leben tief versteckt im Wald. Sie richten sich in oder auch unter alten Baumwurzeln einen gemütlichen Schlafplatz ein und leben ganz im Einklang mit der Natur.

Das bedeutet, die Waldwichtel kennen ihren Wald und seine Bewohner sehr genau. Jedes Tier, jedes Insekt ist ihnen bekannt und manche sagen, dass Wichtel sogar die Zahl der Tannennadeln auf dem Waldboden wissen. So gut kennen sie sich im Wald aus.

Der Wald ist nun mal ihr Zuhause.

Wichtel können es gar nicht leiden, wenn es zu laut oder auch zu hell ist. Daher sind die Wichtel für die Menschen fast unsichtbar. Denn Menschen sind leider oft laut und haben sogar manchmal helle Lichter mit (vermutlich mögen die Wichtel keine Taschenlampen und Handys).

Wenn es also zu laut oder zu hell ist, dann verschwinden die Wichtel blitzschnell und kein Mensch kann sie sehen.

Besonders ärgerlich werden die Wichtel auch, wenn die Menschen Müll in den Wald werfen oder auch nur einfach fallen lassen. Da kann so ein netter Waldwichtel wirklich arg wütend werden und versteckt sich dann erstmal wieder für 1-2 Jahre.

Also, ihr merkt schon – es ist etwas Besonderes, wenn man das Glück hat und kann Wichtel im Wald entdecken.

 

Viel Glück für euch!

 

Wichtelgeschichte 2

Geschichte 2

Das hier ist Baldur.

Er ist ein angesehener Wichtel im Balver Wald.

Er lebt schon ewig hier. Er ist so alt, dass er damals sogar noch das Mamut gekannt hat, dass die Balver Höhle besucht hat.

Ja, Baldur ist ein wirklich alter Wichtel und lebt – vermutlich - schon immer im Balver Wald.

Es ist nur verwunderlich, dass er sich erst jetzt den Menschen zeigt. Aber Baldur hat sich gedacht, die Menschen, die in Balve und Umgebung wohnen und leben und auch die Besucher, die gerne mal einen Spaziergang durch den Wald machen, die sind in Ordnung.

Baldur ist nämlich nicht nur ein sehr alter Wichtel, nein, er ist auch ein sehr neugieriger Wichtel.

Ganz heimlich und gut versteckt hat Baldur die Menschen in Balve beobachtet. Viele, viele Jahre lang.

Baldur hat gesehen, wie die Menschen leben, wie sie arbeiten oder zur Schule gehen und weil er ein sehr kluger und weiser Wichtel ist, hat er auch noch mehr gesehen und verstanden.

Die Menschen bemühen sich nämlich nett zueinander zu sein. Sie grüßen sich zum Beispiel, wenn sie sich unterwegs im Wald begegnen. Sie sind gut und rücksichtvoll zu ihren Tieren. Sie achten die Natur, zertrampeln keine Pflanzen und heben Abfall vom Boden auf, auch wenn er nicht von ihnen ist. Baldur freut sich immer, wenn er das sieht.

Aber natürlich weiß er auch, dass Menschen schon mal Fehler machen. Da fällt dem einem Menschen vielleicht ein Taschentuch aus der Tasche und er bemerkt es nicht. Oder ein Kind pflückt eine Blume, weil es sie so schön findet. Leider wird die Blume dann schnell verwelken.

Ja und Baldur hat auch mitbekommen, dass sich die Menschen, große wie kleine, auch schon mal streiten.

Aber da Baldur ein kluger und weiser Wichtel ist, hat er erkannt, dass die Menschen ein gutes Herz haben und sich wirklich bemühen den Wald und die Natur zu schützen.

Deshalb hat er eine Wichtelkonferenz einberufen. Alle Wichtel, die im Balver Wald leben haben teilgenommen. Und es wurde offiziell beschlossen:

„Als Dank für die netten Menschen in Balve und auch als Mahnung, dass alle, ob Wichtel oder Mensch, Sorge tragen für das Wohlergehen der Tiere und Pflanzen im Wald, werden sich die Balver Wichtel besonderen Menschen zu erkennen geben und in Geschichten von sich erzählen.“

Balver Waldwichtel im Menschenjahre 2025

 

Wichtelgeschichte 3

Wichtelgeschichte 3

Habt ihr es schon mal im Laub rascheln gehört, wenn ihr im Wald spazieren gegangen seid?

So ganz leise am Wegesrand? Vermutlich seid ihr dann stehen geblieben und habt nochmal genauer hingesehen. Aber, da war dann nichts zu sehen.

Es war auch kein Wichtel, denn Wichtel rascheln nicht. Sie sind so leise, dass noch nicht mal eine Fledermaus sie hören kann – und Fledermäuse haben extrem gute Ohren.

Nein, vermutlich war es eine kleine Waldmaus. Denn natürlich gibt es hier im Balver Wald auch Mäuse. Sie sind klein und flink und darum schwer zu sehen. Nur manchmal, da kann man sie hören – wenn es zum Beispiel im Laub raschelt.

Wichtel sind ganz besondere Mäusefreunde. Oftmals kommen die kleinen Mäuse zu Besuch und kuscheln sich mit in eine Wichtelhöhle.

Mäuse sind ja eigentlich immer schnell und sausen hin und her. Aber wenn sie einen Wichtel treffen, dann lassen sie sich ausgiebig streicheln – allerdings nur von Wichteln.

Einige Wichtel sind ganz besondere Mäusefreunde. Das könnt ihr hier sehen. Fast so, als ob wir Menschen einen Hund oder eine Katze als Haustier haben. Nur das die Mäuse keine Haustiere für die Wichtel sind.

Nein, die Mäuse und Wichtel sind einfach gute Freunde. Man könnte auch sagen: Es ist eine Mausewichtelfreundschaft oder eine Wichtelmausefreundschaft. Welches Wort euch besser gefällt.

Übrigens: Könnt ihr sehen mit wie vielen Mäusen der Wichtel mit der roten Mütze befreundet ist?

 

Wichtelgeschichte 4

Geschichte 4

Stellt euch mal vor – da hat der Wichtel mit der weißen Mütze doch etwas Merkwürdiges im Wald gefunden.

Es ist immer nicht so schön, wenn Sachen im Wald herumliegen, die dort nichts verloren haben. Umweltverschmutzung sagen die Menschen dazu.

Aber diesmal hat sich der Wichtel mit der weißen Mütze nicht geärgert, sondern er hat überlegt, was er damit machen kann.

Wichtel sind leider viel zu klein, um etwas in den Mülleimer zu werfen. Außerdem gibt es im tiefen Wald, dort wo sich die Wichtel am liebsten aufhalten keine Mülleimer. Vermutlich weiß so ein Waldwichtel auch gar nicht, was ein Mülleimer ist.

Also auf jeden Fall hat der Wichtel mit der weißen Mütze sich etwas ausgedacht. Er hat seine Fundstücke geschoben, gerollt und gestoßen, bis sie gut beisammen liegen. Dann hat er Stroh, Heu und kleine Zweige hineingestopft. Ich kann euch sagen, dass hat alles ziemlich lange gedauert.

Mittlerweile waren auch die anderen Wichtel neugierig geworden. Aber der Wichtel mit der weißen Mütze hat nichts verraten, sondern einfach nur weitergemacht.

Aber dann tat sich nichts mehr. Der Wichtel mit der weißen Mütze war verschwunden und lief nicht mehr geschäftig durch den Wald. Wo war er nur geblieben?

Als die anderen Wichtel nach ihm suchten und seinen Namen riefen, da kam er aus seinem Bauwerk herausgekrochen und brummelte zufrieden in seinen Bart.

Er hatte sich nämlich aus den merkwürdigen Dingen, die er im Wald gefunden hatte, ein Nest gebaut – so wie ein Vogel es in den Bäumen macht.

Ein schön gemütlicher Platz zum einkuscheln und entspannen. Wichtel lieben solche Orte.

Aber da ihr ja aus der Menschenwelt seid, könnt ihr bestimmt erkennen, was der Wichtel mit der weißen Mütze gefunden hat.

Übrigens: Falls ihr auch mal so etwas findet, oder übrig habt… gefüllt mit Stroh, Gras oder auch Zapfen, ist so ein Behälter ein Lieblingswort für kleine Insekten – auch bei euch im Garten.

Wichtelgeschichte 5

Geschichte 5

Seht ihr den kleinen Wichtel mit der grünen Mütze?

Das ist zurzeit unser jüngster Wichtel hier im Balver Wald. Er ist jetzt 285 Jahre alt.

Das hört sich sehr alt an, aber in der Wichtelwelt ist das noch ziemlich jung- der kleine Wichtel ist ungefähr im Kindergartenalter in der Menschenwelt.

Der kleine Wichtel feiert auch gerade seinen Geburtstag. Natürlich anders als bei uns Menschen. Es gibt keinen Geburtstagskuchen, Geschenke oder Kerzen.

Nein die Wichtel haben auch nicht an einem Tag Geburtstag, sondern 555 Tage lang. Das müsst ihr euch mal vorstellen!

Aber natürlich ist Geburtstag auch für Wichtel besonders wichtig. Am Geburtstag freut man sich, auf der Welt zu sein und alle anderen freuen sich, dass es das Geburtstagskind – oder den Geburtstagswichtel gibt.

Deshalb wird ein Wichtel, der Geburtstag hat immer von besonders vielen Schmetterlingen begleitet und gefeiert. Sie fliegen lustig um ihn herum und bleiben die ganzen 555 Tage in seiner Nähe. Das bedeutet: Du bist wichtig und wir freuen uns, dass es dich gibt.

Wenn du also einen Wichtel entdeckst, der von vielen Schmetterlingen begleitet wird, weißt du und jeder im Balver Wald sofort: Aha, dieser Wichtel hat Geburtstag.

Wir wissen ja schon, dass Wichtel sehr scheu sind und nur sehr selten zu sehen sind.

Daher hier noch ein Wichteltipp: Wenn du irgendwo besonders viele Schmetterlinge herumfliegen siehst, dann ist wahrscheinlich ein Wichtel ganz in der Nähe. Auch wenn du ihn nicht sehen kannst. Die Schmetterlinge zeigen dir und der ganzen Welt: Freut euch, das Leben ist schön und wir feiern den Geburtstag von einem Wichtel.

Denk- und Rechenaufgabe für Schlaufüchse: Wie alt wäre der Wichtel mit der grünen Mütze in Menschenjahren? Achtung: Ein Wichteljahr 402 Tage

Erhöhte Schwierigkeit: Bitte die Geburtstagsdauer von 555 Tagen miteinrechnen

Wichtelgeschichte 6

Geschichte 6

Die Menschen freuen sich immer, wenn die Sonne schön warm scheint. Am besten ist, wenn die Menschen dann Zeit haben. Sie sagen dann: „Heute ist gutes Wetter. Die Sonne scheint. Es ist ein perfekter Sonnentag.“

Die kleinen und großen Menschen gehen dann gerne ins Schwimmbad, grillen Würstchen oder gehen Eis essen.

Wichtel mögen es auch, wenn die Sonne scheint. Aber sie würden sagen: „Heute ist ein guter Marienkäferausflugstag“. Dieser Satz ist sogar den Wichteln zu lang. Daher sagen sie oft nur: „Es ist Marienkäferzeit“. Dann weiß jeder Wichtel direkt Bescheid.

Marienkäfer mögen die Sonne und warme Tage. Sie fliegen oder krabbeln dann von Halm zu Halm, von Blume zu Blume oder manchmal auch ganz lustig über eine Kinderhand.

Marienkäferzeit bedeutet, dass sich die Käfer über das Wetter freuen und lustig und fröhlich unterwegs sind.

Sollen euch die Wichtel ein Geheimnis verraten? Die kleinen Marienkäfer sind nicht nur bei Sonnenschein unterwegs. Sie mögen auch den Regen. Dann setzen sie sich gern unter ein hübsches Blatt und das ist dann wie ein Dach.

Marienkäferzeit ist für die Wichtel immer dann, wenn sie glücklich sind. Das kann sein, wenn die Sonne scheint, aber auch wenn es regnet. Halt immer dann, wenn die Marienkäfer unterwegs sind.

Wichtel sind glücklich, wenn wie mit ihren Freunden zusammen sind, aber manchmal auch, wenn sie alleine sind.

Außerdem haben Baldur und seine Freunde noch einen ganzen wichtigen Tipp für dich:

Wenn du mal traurig bist – dann such dir einen Marienkäfer. Er wird dich aufheitern.

Falls du gerade einen brauchst und keinen findest, dann stell dir einen kleinen Marienkäfer vor, wie er elegant auf einer Blüte landet und dich anschaut.

Wichtel lernen das schon, wenn sie noch ganz klein sind: Glücklich sein, bedeutet Marienkäferzeit!

Übrigens: Hast du schon mal einen gelben Marienkäfer gesehen? Die gibt es auch und bringen dir genauso viel Glück.

Wichtelgeschichte 7

Geschichte 7

Seht ihr den Wichtel mit der blauen Mütze? Das ist der Sternenwichtel.

Er heißt so, weil er so richtig verliebt ist. Aber nicht in einen anderen netten Wichtel oder in ein Tier – nein, der Wichtel mit der blauen Mütze ist in die Sterne verliebt.

Ihr meint, das geht nicht? Aber natürlich geht das.

Wenn man etwas so wunderschön findet, dass man immer daran denkt, wenn man sich nicht sattsehen kann und wenn man traurig ist, so bald das geliebte Wesen oder der Gegenstand nicht mehr zu sehen ist. Also, dann ist das Verliebtheit.

Unser Wichtel mit der blauen Mütze hat sich sogar angewöhnt, tagsüber länger zu schlafen, damit er nachts länger wach bleiben kann. Denn Sterne kann man am besten in der Nacht am Himmel strahlen sehen.

Tagsüber sind die Sterne zwar auch da, aber dann ist die Sonne, die ja viel größer ist als die Sterne, so hell, dass wir und auch der Wichtel mit der blauen Mütze, keinen Stern erkennen können.

Aber das macht nichts. Er weiß ja, dass die Sterne da sind.

Daher hat sich der Wichtel mit der blauen Mütze auch ein Nest aus Sternen gebastelt. Es ist wirklich deutlich zu sehen, dass er Sterne mag.

Sterne in allen Größen und Farben.

Weil er immer von so vielen Sternen umgeben ist und in die Sterne verliebt ist, wird der Wichtel mit der blauen Mütze von den anderen Wichteln, auch Sternenwichtel genannt.

Das ist doch ein schöner Name für einen Wichtel.

Baldur hat ihn mal gefragt: „Sag mal, Sternenwichtel, warum liebst du eigentlich die Sterne so sehr?“

Der Sternenwichtel hat erst überlegt und dann hat er erklärt: „Sie leuchten so schön, besonders wenn es eine sehr dunkle Nacht ist. Auch wenn ich nur ein klitzekleiner Wichtel mit blauer Mütze bin, kann ich sie sehen. Außerdem leuchten die Sterne für alle Wichtel. Nicht nur hier im Balver Wald, sondern überall wo es Wichtel gibt.“

Das hat der Sternenwichtel schön gesagt. Wir können noch ergänzen: Die Sterne leuchten für alle Wichtel und auch für alle Menschen auf der ganzen Welt.

Das ist wirklich ein schöner Gedanke.

Wichtelgeschichte 8

Geschichte 8

Wichtel sind natürlich nicht alle gleich. Jeder Wichtel ist anders. Das könnt ihr am Bart oder an der Zipfelmützenfarbe erkennen.

Jeder Wichtel hat daher auch seine besonderen Vorlieben. Der eine Wichtel schläft sehr gerne und sehr lange. Ein anderer Wichtel ist am liebsten mit den Bienen unterwegs und einige Wichtel machen es sich gern gemütlich.

Es ist gut, dass es im Wald immer so viele Bäume, Verstecke und Höhlen gibt. Da ist für jeden Wichtel ein Lieblingsplatz dabei.

Dieser Wichtel mit der braunen Zipfelmütze, der kuschelt besonders gerne. Schaut mal genau hin. Er hat sich aus ganz vielen Blättern einen bunten und gemütlichen Teppich gemacht. So kann er ganz gemütlich und weich auf seinen Blättern sitzen.

Weil es so gemütlich ist, bekommt er natürlich auch oft Besuch, mal eine Maus oder ein kleiner Marienkäfer. Die Tiere mögen es natürlich auch kuschelig.

Ihr habt Zuhause sicherlich auch einen Lieblingsplatz an dem es für euch am allerschönsten, kuschligsten und gemütlichsten ist.

Und falls ihr noch keinen Lieblingsplatz habt… dann empfiehlt euch der Wichtel mit der braunen Mütze einen rascheligen, kuscheligen, bunten Blätterteppich. Probiert es mal aus!

Wichtelgeschichte 9

Geschichte 9

Im Wald gibt es nicht nur Wichtel, sondern auch viele Insekten.

Insekten sind ziemlich klein. Sie werden leicht übersehen. Wenn man nicht aufpasst, könnte man schnell auf sie drauftreten und manchmal haben kleine Käfer oder Fliegen ihren Spaß daran, sich bei den Menschen auf den Arm zu setzen – das kitzelt dann.

Jedes Insekt ist etwas besonders und wichtig für den Wald und die Natur.

Baldur und seine Wichtelfreunde möchten, dass den Menschen gern nochmal ausdrücklich zeigen.

Deshalb findet ihr hier im Wald auch einige Bienen.

Ihr wisst ja alle, dass Bienen nützliche Tiere sind. Sie sammeln den Nektar und daraus wird Honig gemacht. Was aber auch noch einige weitere wichtige Aufgabe der Bienen ist, sie bestäuben die Blühten und Blumen. So können sich die Pflanzen vermehren und fortpflanzen und so können Früchte wie Apfel, Birne und vieles mehr entstehen und heranwachsen.

Also, alles sehr wichtig was die Bienen so machen. Daher hat Baldur die Bienen eingeladen, sich mit den Wichteln auch den Menschen zu zeigen, die hier im Balver Wald unterwegs sind.

Als Erinnerung daran, dass die Bienen sehr wichtige Tiere sind.

Außerdem … das ist ein kleines Geheimnis – naschen die Wichtel für ihr Leben gern süßen Honig.

Da, wo es viele Blumen gibt, gibt es viele Bienen.

Da, wo es viele Bienen gibt, gibt es viel Honig.

Da, wo es viel Honig gibt, gibt es viele Wichtel.

Da, wo es viele Wichtel gibt, gibt es viele …

Fällt euch etwas ein, wie der Satz beendet wird? Vielleicht fallen euch sogar noch mehr Sätze ein:

Da, wo es viele Menschen gibt, gibt es viele Ideen.

Da, wo es viele Ideen gibt, gibt es…

Wichtelgeschichte 10

Geschichte 10

Wir wissen ja schon, dass Waldwichtel zwar sehr scheu, aber dafür sehr gute und genaue Beobachter sind. Sie haben exzellente Ohren und können wirklich einen Regenwurm husten hören. Übrigens haben Regenwürmer meistens in den Sommermonaten einen kleinen Sommerhusten. Das liegt an der trockenen Erde. Aber das nur am Rande…

Also Wichtel sind sehr aufmerksam und weil sie ja auch so klein sind, bemerken die Menschen sie oft gar nicht. Aber dafür bekommen die Wichtel alles mit.

Daher wissen die Wichtel, dass Menschen sich gerne etwas aufschreiben. Manche Menschen sagen auch notieren dazu.

Meisten haben die Menschen dafür einen länglichen Gegenstand und ein weißes Blatt.

Nachdem die Wichtel so viel vom Notieren und Aufschreiben gehört haben, wollten sie es auch gern mal probieren.

Dazu brauchen sie einen länglichen Gegenstand. Das ist im Wald kein Problem. Hier liegen viele längliche Gegenstände in allen Größen herum. Die Wichtel haben recht schnell einiges zusammengetragen.

Schwieriger ist es allerdings mit so einem weißen Blatt. Die Blätter im Wald sind alle grün. Jedes Blatt sieht zwar anders aus, wenn man genau hinschaut: heller und dunkler, gemustert, mehrfarbig…

Aber immer irgendwie grün. Im Herbst, da ändert sich das natürlich. Dann werden die Blätter, rot, orange, gelb und braun. Aber nie ganz weiß.

Die Wichtel haben lange den ganzen Wald abgesucht. Aber nirgends konnten sie ein weißes Blatt finden. Auch die ältesten Wichtel hatten noch nie davon gehört.

Wie gut, dass sich Wichtel immer etwas einfallen lassen.

Sie haben einfach begonnen mit den länglichen Gegenständen ihre Notizen in den Waldboden zu ritzen, oder in einen Baumstamm – oder auf einen Stein.

Das macht den Wichteln ziemlich viel Spaß und sie sind sehr fleißig.

Daher kann es vorkommen, dass der aufmerksame Waldbesucher eine Wichtelnotiz entdeckt.

Vielleicht ein kleines Muster auf einer Baumrinde oder geheimnisvolle Linien auf einem Stein.

Leider können die Menschen die Wichtelschrift nicht lesen – die meisten auf jeden Fall nicht.

Aber wer aufmerksam ist und gute Augen hat, der kann wirklich und wahrhaftig Wichtelnotizen im Wald finden.

 

Wichtelgeschichte 11

Geschichte 11

Schaut euch mal den Wichtel mit der gelben Mütze an. Fällt euch etwas auf?

Ja, richtig. Er hat einen Orden.

Ein Wichtelorden ist bei den Waldwichteln eine große und wichtige Auszeichnung.

Dieser Wichtel wird nur ganz selten verliehen und ist daher etwas ganz Besonderes.

 

Immer wenn alle 17 Wichteljahre die Maiglöckchen das erste Mal die Köpfe heben und blühen, dann ist es soweit. Alle Wichtel des Waldes treffen sich an einem geheimen Ort. Dieser Ort ist so geheim, dass auch wir nicht darüber lesen, sprechen oder hören dürfen – pst.

Also an diesem geheimen Ort besprechen die Wichtel alle wichtigen Wichtelereignisse und sie überlegen und beratschlagen, welcher Wichtel die Auszeichnung verdient hat und den Orden tragen darf.

Der Wichtel, der den Orden bekommt, sollte

Nett sein. Aber das sind eigentlich alle Wichtel
Er sollte einen hübschen Bart haben. Es sind ja eigentlich alle Wichtel ein bisschen stolz auf ihren Bart
Der Wichtel sollte anderen helfen. Das ist sowieso Pflicht für jeden Wichtel
Er sollte sich um Pflanzen, Bäume und Tiere sorgen und sie hegen und pflegen. Auch das trifft auf alle Wichtel zu. Schließlich sind es ja Waldwichtel
Und er sollte etwas Besonderes oder Außergewöhnliches getan haben, also so etwas wie eine Heldentat. Das ist schon etwas schwieriger, das kann nicht jeder Wichtel vorweisen.
Jetzt fragt ihr euch sicher, welche besondere Heldentat dieser Wichtel begangen hat, dass er den Orden bekommen hat und auch die nächsten 17 Wichteljahre tragen darf.

Dieser Wichtel hat eines Tages ein Geräusch gehört, ist hingegangen und hat ein Vogelküken auf dem Waldboden gefunden. Es war noch ganz nackt, ohne Federn und es konnte eigentlich nicht überleben. Da hat der Wichtel es sorgsam mit einem Blatt zugedeckt. Zum Glück wurde das Vogelkind bald darauf gefunden und konnte gerettet werden.  Was wir eine Heldentat für so einen kleinen Wichtel. Er hat sich den Orden wirklich redlich verdient.

Hier noch eine Denk- und Rechenaufgabe für Schlaufüchse: Wenn der Wichtel seinen Orden im Menschenjahr 2025 bekommen hat. Wie viele Wichteljahre darf er ihn noch tragen bis zur nächsten Wahl? Achtung: Ein Wichteljahr hat 402 Tage

Wichtelgeschichte 12

Geschichte 12

Wichtel und die Sterne

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, ob Wichtel Weihnachten feiern?

Das kann man gar nicht so richtig beantworten.

Wichtel schmücken keinen Tannenbaum, backen keine Plätzchen und basteln auch keine Geschenke.

Aber was in der Advents- und Weihnachtszeit im Wichtelwald auffällt – es gibt auf einmal Sterne im Wald.

Manchmal liegen sie auf dem Boden oder hängen in den Ästen. Es soll sogar vorgekommen sein, dass ein Waldwichtel gesehen wurde, der mit Sternen geschmückt war.

Ob das auch mit Weihnachten zusammenhängt?

Wir müssen uns mal bei Baldur erkundigen und nachfragen.

 

Ja, es stimmt. Es gibt zurzeit viele Sterne im Wald. Allerdings nicht nur an Weihnachten, sondern den ganzen Winter über.

Im Winter wird es ja früher dunkel und oft ist es auch kalt. Beides macht den Wichteln nichts aus. Wichtel haben gute Augen und können auch im Dunkeln sehen und mit ihren langen Bärten, wird ihnen nicht kalt. So ein Bart hält wunderbar warm.

 

In diesen langen Winternächten, wenn es sehr kalt ist, sind die Sterne am Nachthimmel besonders gut zu sehen.

Wichtel mögen alles was glänzt und glitzert und daher lieben sie es, die Sterne am Himmel zu bewundern.

Außerdem sagen die Wichtel, jeder Stern ist ein guter Gedanke. Das bedeutet, wenn die Wichtel einem Waldtier oder einem anderen etwas Gutes wünschen z.B. ein warmes Bett, eine leckere Nuss zum Knabbern oder auch nur einen guten Freund, der für dich da ist, dann leuchtet dafür ein Stern am Himmel.

Daher strengen sich die Wichtel immer besonders an, um mit ihren guten Gedanken den Himmel zu erleuchten.

Weil die Wichtel die Sterne so schön finden, feiern sie die Sterne. Also, sie schmücken und verteilen überall Sterne im Wald. Wichtel finden das schön und auch ziemlich lustig – besonders große Sternliebhaber hängen sich sogar Sterne um die Schulter oder binden sie als Gürtel um. Das ist fast ein bisschen wie verkleiden. Aber die Wichtel finden es toll.

Wenn es dunkel im Wald ist und ihr etwas Glitzerndes durch Laub huschen seht, dann könnte das ein Sternenliebhaber-Wichtel sein, der sich mit Sternen geschmückt hat.

 

Man könnte also sagen, die Wichtel feiern Sternweihnachten.

 

…und wenn ihr mal Zeit habt, dann schaut euch doch mal den Winternachthimmel an. Vielleicht seht ihr auch die vielen funkelnden Sterne.

Wenn ihr dann noch einen guten Gedanken habt, dann leuchtet bald vielleicht ein weiterer Stern am Himmel. Dann könnt ihr ebenfalls Sternenweihnacht feiern, genau wie die Wichtel. Probiert es doch mal aus.